Leistenbruch

Eingeweidebrüche sind einer der häufigsten Erkrankungen weltweit. Besonders häufig sind Leistenbrüche. Im Jahr erkranken 200 / 100.000 Einwohnern neu an einem Leistenbruch. In Deutschland werden im Jahr etwa 200.000 Leistenbruchoperationen durchgeführt, weltweit schätzt man 20 Millionen Eingriffe. Das Verhältnis Männer : Frauen beträgt 9 : 1. Wir operieren in unser KLinik schwerpunktmäßig minimal-invasiv in der sog. Methode TEP. Der Zugang liegt außerhalb des Bauchraumes zwischen Bauchfell und Bauchwand. Der Bruch wird reponiert, abschließend ein hauchdünnes Netz implantiert. Drei wenige mm große Zugänge werden mit Fäden verschlossen, die nicht entfernt werden müssen. In der Regel darf der Patient am nächsten Tag das Krankenhaus verlassen. Nach wenigen Tagen kann man sich wieder belasten, frei bewegen und Sport treiben. Die Arbeitsunfähigkeit beträgt nur wenige Tage. Eine Nachsorge ist nur bei Beschwerden notwendig. Die Rezidivquote liegt bei der TEP unter 1 %.

Nabelbruch

Angeboren oder erworben kommt der Nabelbruch relativ häufig vor. Im Kleinkindesalter kann er sich spontan schließen, beim Erwachsenen muss operiert werden. Wenn die Bruchlücke unter 2 cm beträgt, reicht die direkte Naht. Ist der Bruch größer oder mit einem kleineren Bruch oberhalb des Nabels kombiniert, wird auch hier die Implantation eines Kunststoffnetzes empfohlen. Das Netz wird in der Regel endoskopisch durch die Bauchhöhle eingelegt und an der Bauchdecke platziert. Diese Technik wird als IPOM bezeichnet.

Narbenbruch

Deutlich schwieriger ist die Situation bei einem Narbenbruch. Dieser entsteht nach einer Voroperation. Ursache können der unzureichende Verschluss der Bauchdecke oder eine Infektion der Wunde bei der Erstoperation, deutliches Übergewicht und Begleiterkrankungen wie der Diabets mellitus sein. Er ist die häufigste Komplikation nach jeder Bauchoperation im Langzeitverlauf. Je nach Eingriff variiert die Inzidenz zwischen 10 - 25 %. Brüche unter 7 cm Durchmesser können minimal-invasiv vrsorgt werden. Dabei wird die Bruchlücke durch kleine Einstiche möglichst gerafft und anschließend über den Bauchraum ein Kunststoffnetz implantiert (IPOM). Trotz aller Methoden sind die Rezidivraten relativ hoch. Bei größeren Eingriffen sind Bauchdeckenplastiken erforderlich. Dabei werden die Schichten der Bauchdecke verschoben und neu vernäht. Auch hierbei werden Kunsstoffnetze zur Unterstützung der Nähte empfohlen.

Zwerchfellbruch

Ein besonderer Schwerpunkt unserer Klinik besteht in der Versorgung von Zwerchfellbrüchen. Das Hauptsymptom ist Sodbrennen mit einer chronischen Entzündung der Speiseröhre. Als erste Diagnostik sollte eine Spiegelung der Speiseröhre, des Magens und Zwölffingerdarms (ÖGD) erfolgen. Zur Bestimmung des Ausmaßes des Refluxes ist die Säuremessung (24h-pH-Metrie) erforderlich. Diese kann bei uns auf Überweisung des Hausarztes ambulant durchgeführt werden. Eine Anmeldung ist erforderlich.

Meist klingen die Beschwerden nach der Einnahme von säurehemmenden Medikamenten (Protonenpumpenhemmern = PPI) ab. Gut 10 % der Betroffen gehen in ein chronisches Stadium über. Dann spricht man von einer Refluxerkrankung. Hier ist die teilweise lebenslange Medikation erforderlich. Einige Patienten vertragen die Medikamente nicht oder leiden so stark unter den Symptomen, dass sie nach Alternativen fragen. Ihnen können wir eine effektive Operation anbieten. In minimal-invaisver Technik wird der Bruch im Zwerchfell eingeengt (Hiatoplastik), die Speiseröhre gestreckt und anschließend eine Magenmanschette um die Speiseröhre gelegt. In einer Doktorarbeit konnten wir nachweisen, dass bei unseren operierten Patienten in 90 % im Langzeitverlauf eine Heilung eingetreten ist.

Qualitätskontrolle

Wir haben das Siegel erhalten, qualitätsgesicherte Hernienchirurgie durchzuführen. Wir beteiligen uns an der Qualitätssicherung für alle Arten von Hernien und sind aktive Mitglieder in der Deutschen Herniengesellschaft. Die Ergebnisse unserer Operation werden erfasst und mit Ihrem Einverständnis an das Hernienregister weitergeleitet.

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Zertifiziert von der Deutschen Krebsgesellschaft / OnkoZert
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