Analfissur (Afterriss)

Eine Analfissur ist ein schmerzhafter Einriss der Haut des Afterkanales (Anoderm). Meist tritt dieser nach hinten (d.h. zum Steißbein hin), seltener vorne (d.h. zum Damm hin) auf. Ursache ist das Einreißen der Haut des Afterkanales bei hartem Stuhlgang, insbesondere bei starkem Pressen. Außerdem begünstigen Entzündungszustände (z.B. chronische Durchfälle) im Afterbereich einen solchen Einriss durch Verlust der Elastizität. Sexualpraktiken wie das Einführen von Gegenständen oder Analverkehr können ebenso eine Analfissur verursachen.

In der Regel besteht ein starker Schmerz (Stich, starkes Brennen) beim Stuhlgang, der für einige Minuten (manchmal aber auch Stunden) anhalten kann. Danach klingen die Beschwerden für gewöhnlich etwas ab um dann beim nächsten Stuhlgang erneut aufzutreten. Gelegentlich treten beim Stuhlgang (schwache) hellrote Blutungen auf.

Um den Schmerz zu vermeiden kommt es oftmals zu einem Verkrampfen des Schließmuskels und zum Innehalten von Stuhlgang, was aber letztlich nur zu einer Verstopfung mit noch härterem Stuhlgang führt. Zudem wird durch die dauerhafte Anspannung (Verkrampfung) des Schließmuskels die Durchblutung der betroffenen Region eingeschränkt - dies verhindert dann die Abheilung der eher kleinen Verletzung und kann zur chronischen (dauerhaften) Fissur führen.

Wir sprechen von einer chronischen Fissur, wenn diese länger als 6-8 Wochen besteht und bereits narbige Wundränder oder äußerlich erkennbare Hautfältchen zeigt.

Die Therapie der frischen (akuten) Analfissur besteht aus der Einnahme eines Schmerzmittels in Kombination mit einer lokalen schmerzlindernden Salbe (z.B. Doloposterine®). Zudem muss auf eine Weichhaltung des Stuhles (Stuhlregulation) geachtet werden, dies gelingt durch Ernährungsanpassung (ausreichende Trinkmengen und Vermeidung von Weißbrot, Schokolade etc.). Eine Salbe, die den Schließmuskel (unmerklich) entspannt und die Durchblutung des Gebietes verbessert (Diltiazem, Nitroglycerin) hilft die Abheilung zu beschleunigen. Sie sollte 2-3 mal täglich angewendet werden.

Die frische Analfissur heilt unter dieser konservativen Therapie innerhalb von 2-3 Wochen ab.

Bei bereits chronischen Fissuren sind die Heilungschancen durch die oben beschriebene Therapie deutlich geringer. Bei Ausbleiben einer Abheilung unter konsequenter Anwendung von Stuhlregulation und Salbe kommt als Behandlung nur die Operation in Frage. Dabei wird das vernarbte und entzündete Hautgewebe ausgeschnitten und die chronische Fissur praktisch in eine akute/frische Fissur zurück verwandelt. Von diesem Zeitpunkt an wird, wie oben beschrieben, mit Salbe und Stuhlgangsregulation behandelt. Die Heilung nimmt dann aber 4-6 Wochen in Anspruch.

 

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