Steißbeinfistel / Pilonidalsinus / Sinus pilonidalis

Sinus pilonidalis (von lat. pilus ‚Haar‘ und nidus ‚Nest‘) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die meist am Oberrand der Gesäßfalte (Rima ani) lokalisiert ist. Die Erkrankung hat nichts mit After und Enddarm, dem eigentlichen Spezialgebiet des Proktologen zu tun. Durch die räumliche Nähe wird sie aber trotzdem diesem Fachgebiet zugeordnet.

Die Ursache der Pilonidalfistel ist unklar, jedoch scheinen zwei Voraussetzungen erforderlich zu sein: Haare und eine (tiefe) Pofalte. Man geht heute davon aus, dass die Haare sich durch stetigen Druck nach „innen“ in die Haut bohren und dort eine Entzündungsreaktion auslösen. Dort unter der Haut können fistelartige Gänge und Höhlen entstehen, die mehr oder weniger stark zur Absonderung von Flüssigkeit und Eiter neigen.

In der akuten Form kommt es zu eitrigen Entzündung d.h. einem Steißbeinabszess. Die Steißbeinfisteln äußern sich durch wiederkehrende Schwellung am Oberrand der Gesäßfalte mit kleinen Öffnungen (Pori), die zeitweilig etwas nässen oder kurzzeitig etwas schmerzen.

Bei der abszedierten, akuten Form muss eine Entlastung des Abszesses erfolgen. Je nach Ausprägung kann dies „im Kleinen“ mittels eines Entlastungsschnitts von wenigen Zentimetern erfolgen oder als komplette Entfernung des entzündlichen Gewebes. Zusätzlich können bei der minimal-invasiven Behandlung auch die Pori im Verlauf der Pofalte mitentfernt werden (Pit- Picking). Der Vorteil dieser „kleinen“ Lösung ist die deutlich verkürzte Wundheilungsdauer im Gegensatz zu der einer großen Wunde. Zudem kann diese Operation auch ambulant durchgeführt werden.

Die Erfolgsaussichten der offenen Methode variieren und es werden Rezidivraten (Wiederauftreten der Erkrankung) von 20% - 50% angegeben.

Sollte diese Methode nicht zum Erfolg führen käme als nächster Schritt eine Operation nach Karydakis oder nach Limberg in Frage. Entscheidend ist hierbei das der Wundverschluss nicht in der Mittellinie d.h. im Verlauf der Pofalte liegt.

Die Nachbehandlung dieses „größeren“ Eingriffs erfordert einen Stationären Aufenthalt von 3-5 Tagen. In den ersten 2 Wochen sollte Sitzen und tiefes herunterbeugen vermieden werden.

Bei Fragen sprechen Sie uns an oder vereinbaren Sie einen Termin in unserer Sprechstunde.

 

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